Stützpunktvereine

Sport ist erwiesenermaßen ein sehr guter Integrationsmotor. Hier können Menschen Freunde und Freizeit genießen aber auch ihre Sprache erproben und ausbauen. Die Ideen des Sports werden mit dem Stützpunktprogramm fünf Jahre unterstützt. Jeder Verein erhält zunächst eine größere Anschubfinanzierung für sein vorgestelltes Projekt, in den darauffolgenden Jahren erhält jeder Verein eine Zusatzfinanzierung zur Stabilisierung des Projektes. Die Fachkraft für Integration begleitet Vereine auf Anfrage beim Ideen finden, hilft beim Anträge ausfüllen und stiftet Kooperationen. Sie sorgt für Aus- und Weiterbildung der Organisierenden und Trainierenden im Bereich interkulturelle Kompetenz und versorgt die angeschlossenen Vereine mit Informationen zum Thema Interkulturalität.

Der Boxclub Warendorf ist seit Beginn seiner Gründung interkulturell. Seit 2016 beschäftigt sich der Boxclub erfolgreich mit der Gewinnung und Förderung von weiblichen Mitgliedern. Einige konnten schon zu Übungsleitenden und Kampfrichtenden ausgebildet werden. Der Verein wächst seitdem enorm und ist erfolgreich bei Wettkämpfen.

Die Ahlener SG ist 2016 mit einem interkulturellen Tanzkurs gestartet. Da Breitensportvereine stets für ihr gesamtes Spektrum werben, erhielten die Ballsportarten interkulturellen Zuwachs. Auch ein interkultureller Schwimmkurs für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene gehört zu den integrativen Angeboten.

Der SC DJK Everswinkel ist 2016 mit einem Badmintonangebot für Frauen gestartet und beheimatet mittlerweile in jedem Angebot zugewanderte Menschen. Das liegt vor allem daran, dass die Gemeinde Everswinkel außerordentliche Programme für Zugewanderte bereithält und es in Kooperation mit der DJK Sportangebote gibt.

Die RSG Warendorf Freckenhorst pflegt seit 2016 engen Kontakt mit dem KSB. Sie hatten drei unbegleitete minderjährige junge Männer unter ihre Fittiche genommen und für den Radsport so begeistert, dass diese eine Übungsleiterausbildung erfolgreich absolvieren konnten. Sogleich wurden sie als Multiplikatoren für Zugewanderte und als Übungsleitende eingesetzt. Einer von ihnen nimmt sogar regelmäßig an Radrennen teil. Mit Erfolg! Seit 2018 bietet die RSG in Kooperation mit der Polizei und den Maltesern ein interkulturelles Radfahrtraining mit Verkehrserziehung und Prüfung an.

Die DLRG Oelde bietet seit 2014 interkulturelle Schwimmkurse für Erwachsene an. Da 98% der zugewanderten Menschen in Deutschland nicht schwimmen können, nimmt die DLRG besonders für diese Menschen ihre Kernaufgabe wahr. Die Kurse in Oelde sind geschlechtlich gemischt und werden von einem weiblichen und einem männlichen Schwimmlehrenden begleitet. Seit 2018 pflegt die DLRG Oelde mit diesem Programm eine Kooperation mit der DLRG Ahlen, die einen Schwimmkurs in einem geschützten Raum nur für Frauen anbietet. Hier lehrt nur weibliches Personal. Alt- und Neuzugewanderte erfreuen sich sehr der Bewegungsmöglichkeit. Nach erfolgreichem Schwimmenlernen werden sie örtlichen Schwimmvereinen bekannt gemacht und zum Schwimmen im öffentlichen Bad angeleitet. Zwei von 12 Frauen haben sogar schon ein Retungsschwimmabzeichen in Silber gemacht und begleiten den Schwimmkurs ihrer Kinder in der Schule. Auch wird eine von ihnen in Kürze in Ahlen als Rettungsschwimmerin im Freibad eingesetzt.

Die SG Sendenhorst ist 2018 mit einem Zumbakurs für Frauen als Stützpunktverein gestartet. Bereits 2017 wurden in Kooperation mit dem KSB drei Übungsleitende ausgebildet, die hier immer noch ein Wirkungsfeld finden. Bei der SG wird, wie überall auf der Welt, im Fußball Interkulturalität großgeschrieben. Hier haben besonders unbegleitete minderjährige Zugewanderte eine Heimat gefunden und Erfolg in Turnieren.

Der SuS Enniger ist seit 2019 mit einem Projekt in der örtlichen Schule als Stützpunktverein tätig. Da Kampfsportarten nicht nur den Geist und den Charakter schulen, sondern unter zugewanderten Menschen als Sport bekannt sind, ist ein Programm als Unterstützung im Ganztag erstellt worden.

Fortuna Walstedde ist seit 2020 als Stützpunktverein im Kreis Warendorf aktiv. Der Verein betreibt eine Kita mit Namen "Hoppeditz" (hüpfendes Kind). So verwundert es nicht, dass das Projekt dieses Vereins "Hüpf rüber" heißt. Das bedeutet, wenn Eltern in diesem Verein Sport treiben möchten, dürfen sie ihr Kind währenddessen in der Kita abgeben. 

BogenSportverein Warendorf e.V.

Der BogenSportverein Warendorf e.V. ist seit 2021 als Stützpunktverin aktiv. Bogenschießen ist ein sehr interessanter Sport für zugewanderte Menschen. Wie bei vielen anderen Sportarten lässt sich Gelerntes im Sport in den Alltag übertragen. Menschen beim Bogenschießen lernen, sich mit Hilfe ihres Körpereinsatzes auf ein Ziel zu fokussieren. Das ist in vielen Etappen des Ankommens in Deutschland ebenso wichtig. Die Sprache in der 1:1-Betreuung kann gut angepasst werden und sich so für den teilnehmenden Sportler entwickeln. Eine 1:1-Betreuung schafft Vertrauen, so dass schnell Freundschaften geschlossen und Netzwerke entwickelt werden können. Bogenschießen kann von Frauen und Männern gleichberechtigt betrieben werden. Neben dem wettkampforientierten Bogenschießen gibt es meditatives und therapeutisches Bogenschießen, das zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt.